Explorerbelt in Ungarn 2015

Es ist der 14. August. 17 Teams stehen in Wien am Hauptbahnhof, 3 davon sind mit Badenern besetzt (Wendy & Pia, Kathi & Sarah, Markus & Stefan). Das erste Mal in der Geschichte soll heute ein österreichischer Explorerbelt starten. Es gilt etwa 200km quer durch Ungarn in 10 Tagen zu Fuß zurückzulegen, Technische Hilfsmittel sind nicht erlaubt und das tägliche Budget beträgt etwa 3€ pro Tag pro Person, Übernachtungen in Luxushotels werden wir uns wohl eher selten leisten können.

Explorerbelt

Die Vorbereitungen begannen schon lange davor. Auf zwei Vorbereitungstreffen lernten wir die anderen Teilnehmer und das Organisationsteam kennen, versuchten Dinge über unser Expeditionsland herauszufinden, erstellten unser eigenes Projekt, welches uns auf der Wanderung begleiten soll und bekamen hilfreiche Tipps und Tricks. Wo wir genau starten und ins Ziel wandern werden wird uns erst kurz vor der Abfahrt verraten.

Also jetzt: Wir bekommen ein Startpacket mit ein bisschen Essen, Kartenmaterial, Geld, einem Mobiltelefon mit ungarischer Wertkarte, einem Notfallkuvert und unseren Zugtickets. Nach ermutigenden und motivierenden Worten von den Organisatoren steigen wir auch schon in den Zug. Da jedes Team einen anderen Startort hat steigen alle nacheinander aus und es bleibt nur noch „viel Spaß“, „viel Glück“ und „hoffentlich bis Bald“ zu wünschen.

10 Tage später, es ist Montag, der 24. August. Schauplatz: die Kettenbrücke im Herzen von Budapest. In der Mitte der Brücke steht eine Schar österreichischer Pfadfinder, die jubelnd die eintreffenden Teams begrüßt.

Doch was geschah in den letzten 10 Tagen? Jedes Team kann hier von seiner eigenen spannenden Expedition erzählen und sie werden sich alle unterscheiden. Um einen kleinen Einblick zu gewähren erzähle ich ein paar Dinge von meiner Wanderung:

Wendy und ich starteten in Kaposvar, im Süd-Westen von Ungarn. Unser Projekt war es möglichst viel über die ungarische Kultur herauszufinden. Wir wollten einen Tanz, ein Lied, ein Gulaschrezept und einige Wörter lernen.

Explorerbelt

Nachdem wir unseren Betreuer gemeldet haben gut am Startort angekommen zu sein starteten wir los Richtung Budapest bzw. Richtung Plattensee oder einfach Richtung Norden.
Wir beschlossen den ersten Abend an dem See zu verbringen, an dem wir bald vorbeikamen. Da es sehr heiß war gingen wir baden und genossen den ungarischen Sonnenuntergang am Ufer. Wir schliefen dann auf einer Plane im Gebüsch und am nächsten Morgen packten wir sehr früh wieder alles zusammen und weiter ging die Reise. „Eigentlich ziemlich gemütlich, so kann es gerne weitergehen.“, dachten wir. Doch erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt. So war es auch bei uns als sich am zweiten Abend (diesmal im Zelt) direkt über uns stundenlang ein heftiges Gewitter entlud. Nach dieser eher schlaflosen Nacht beschlossen wir, die folgenden irgendwo drinnen zu verbringen.

Explorerbelt
Explorerbelt

Tagsüber war es die ersten Tage ziemlich heiß, staubig und trocken, dann begann es aber kalt, windig, nass und gatschig zu werden. Unsere Motivation stieg jedoch trotzdem, da wir ab der dritten Nacht auf wundersame Weise immer einen trockenen Schlafplatz gefunden haben. Meistens sogar mit warmer Dusche, einem Bett, warmen Essen und interessanten Gesprächen mit unseren Gastgebern.

Tag für Tag kamen wir unserem Ziel näher und als wir am 24. August durch die österreichische Pfadfinderflagge auf der Kettenbrücke mitten in Budapest unsere Ziellinie überschritten waren wir überglücklich und ziemlich stolz diesen langen Weg wirklich geschafft zu haben, aber auch ein bisschen traurig, dass er schon wieder vorbei war.

Explorerbelt

In diesen 10 Tagen lernten wir uns selbst und Ungarn ein bisschen besser kennen und nach anfänglichen Schwierigkeiten sogar auch alles was wir uns für unser Projekt vorgenommen haben und noch mehr. Von einigen Familien, wo wir übernachten haben nahmen wir die Adresse mit und hoffen noch länger mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Ganz vorbei war unser Explorerbelt noch nicht. Wir blieben noch eine Woche gemeinsam auf einem Lagerplatz in der Nähe von Budapest, wo wir uns wohlverdient entspannten, es uns gut gehen ließ und natürlich auch fleißig reflektierten und uns gegenseitig unsere Geschichten erzählten.

Nach einer feierlichen Verleihung sind nun alle, die in Budapest angekommen sind stolze Träger des Explorerbelts (und vorläufig auch die einzigen in Österreich).

Und der nächste steht schon bevor: https://explorerbelt.ppoe.at/

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